Stephan M. Rother

Frequently Asked Questions

Allgemein - der Autor und sog. Mensch

Warum findet man Sie im Internet eigentlich unter www.magister-rother.de?
Nicht wegen Renommiererei mit dem Titel, selbst wenn ich die Magisterarbeit uncoolerweise selbst geschrieben habe. "Magister Rother" war mein Künstlername, mit dem ich fünfzehn Jahre lang in mittelalterlichen Kostümen als Standup Historian unterwegs war.
Sie haben also richtig studiert?
Es ist mir gelungen, dem Prüfungsausschuss gegenüber diesen Eindruck zu erwecken. Mittlere und Neuere Geschichte, Kunstgeschichte, Deutsche Philologie (vulgariter - oder gerade nicht vulgariter - Germanistik).
Muss ich sowas studieren, um selbst Schriftsteller zu werden?
Bloß nicht!
Was muss ich stattdessen machen?
Schreiben, möglichst in vollständigen Sätzen und möglichst vorher überlegen, was Sie schreiben wollen, also ein 'Exposé' der Geschichte erstellen. Wenn Sie nicht nur schreiben sondern auch veröffentlichen wollen, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einer literarischen Agentur.
Und was lesen Sie selbst?
Norwegische Krimis, schwedische Möbel-Aufbauanleitungen, dänische Medikamenten-Beipackzettel.
Wann haben Sie sich entschieden, Schriftsteller zu werden?
Das ist keine Frage der bewussten Entscheidung. Wenn die Bücher ausreichend gelesen werden, wird der Beruf möglich. Meine ersten Geschichten habe ich mir mit zwölf, dreizehn Jahren ausgegrübelt.
Wie lange brauchen Sie für ein Buch?
Seitdem ich nichts anderes mehr nebenher mache drei bis neun Monate plus Recherche; je nachdem, ob der Verlag ungerechtfertigte Wünsche äußert.
Wann schreiben Sie?
Meistens nachts, wenn der Gedankensmog weg ist.
Wie kommen Sie auf die Ideen zu Ihren Geschichten?
Wenn die Ideen gut sind, kommen sie von selbst. Viel rumzulaufen scheint ihnen auf die Sprünge zu helfen.

Der Adler der Frühe (2000)

Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Buch gekommen?
Meine Göttinger Magisterarbeit beschäftigte sich mit den mittelalterlichen "Edelherren von dem Knesebeck", die nebenbei gar keine Edelherren waren. Dadurch war ich ganz gut im Bilde, wie das Leben auf einer kleinen Adelsburg in meiner Region so ablief. Nun fehlte nur noch eine aufregende Geschichte dazu. Die habe ich dann niedergeschrieben.
Haben die Figuren in diesem Roman tatsächlich gelebt?
Haben Sie diesen Roman tatsächlich gelesen? Ein Glossar am Ende des Buches ordnet jeden der Protagonisten entsprechend ein.
Kann man die Örtlichkeiten heute noch besichtigen?
Auf Burg Bodenteich ist das möglich, wenn Sie sich den historisierenden Mumpitz wegdenken, der in den letzten zehn Jahren rund um die Anlage entstanden ist.
In "Hartheim" wird das schwieriger, weil die Örtlichkeit Teil einer Sekundärwelt ist und selbst in dieser heutevom Waldlingen der Dorian Grave-Romane eingenommen wird. Doch für denjenigen, der in den Wäldern rund um Nienwohlde mit der notwendigen Portion sense of wonder unterwegs ist, wird Vieles möglich.
Ist zu diesem Roman noch einmal eine Fortsetzung geplant?
Diese Fortsetzung existiert bereits - in doppelter Hinsicht:
Der Weg nach Altamura, angesiedelt im Jahre des Herrn 1293, folgt Wasmod von dem Knesebecks Spuren zurück nach Italien. Und was den Falkenmeister Aquila anbetrifft: Der Fluch des Dorian Grave erzählt zwar eine Geschichte aus unserer Gegenwart (oder dem Pendant unserer Gegenwart in der Sekundärwelt), aber der Adler der Frühe-Leser könnte überrascht werden.

Der Weg nach Altamura (2005)

Der Roman ist eine Fortsetzung zu Der Adler der Frühe. Aber warum erzählen Sie nicht, wie es im mittelalterlichen Bodenteich weitergeht, sondern folgen Wasmod von dem Knesebeck zurück nach Italien?
Viele meiner Geschichten gehören zusammen, auch wenn das nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist, selbst für den Autor nicht. Ein großes, verzwicktes Spiel, das sich durch die Jahrhunderte zieht. Und Wasmod von dem Knesebeck ist einer der wichtigsten Protagonisten.
Die Stadt Altamura liegt in Apulien. In Ihrem Roman ist dagegen von den "Marken" die Rede. Ein Fehler?
Die fiktive "Markgrafschaft Altamura" ist nicht identisch mit der real existierenden Stadt. In der Sekundärwelt meiner Romane stellt sie eine letzte staufische Enklave inmitten des päpstlich-angevinisch geprägten Italien dar - ein zentraler Posten in Magister Wasmods Vision einer Balance der Mächtigen.
Eine der zentralen Gestalten in diesem Roman ist die Botin Oda. Was hat es mit dieser Figur auf sich? Wer sind die "Boten"?
Die Boten, griechisch angeloi, sind weniger Engel im christlichen Sinne, sondern - wenn überhaupt - eher den Wim Wenders-Exemplaren verwandt. Sie sind ein Teil des "großen Spiels", dienen einem Prinzip, dem auch die menschlichen Protagonisten schwer auf die Schliche kommen können. Ein weiterer Bote ist der Ghanaer Charles in den Dorian Grave-Romanen.
Am Ende des Romans werden zwei Fortsetzungen angekündigt ...
... die ich sicher auch schreiben werde, wenn ich lange genug lebe. Wie und wo sie das Licht der Welt erblicken, ist völlig offen. Es ist eine einzige, große Geschichte, wie gesagt, und es ist spannend, sie an ganz unterschiedlichen Zipfeln zu packen.

Das Geheimnis des Dorian Grave (2008)

Nach dem mittelalterlichen Stoff Ihrer ersten beiden Veröffentlichungen plötzlich ein moderner Jugendroman: Warum haben Sie plötzlich das Genre gewechselt?
Habe ich das tatsächlich? Ich glaube, das ist nur auf den ersten Blick der Fall. Die Verbindung von Mystik und Popmusik findet sich schon im "Adler der Frühe", wo die Hauptfiguren Agnetha, Annafrid, Bruder Bjørn und Benno heißen. Benny wäre zu deutlich gewesen; dafür hört das Pferd auf den schönen Namen "Fernando". Die Dorian Grave-Bände sind jedenfalls keine Jugendbücher im eigentlichen Sinne, sondern richten sich an alle, die noch rocken.
Weswegen Sie einige von Dorian Graves Rocktiteln auch tatsächlich im Studio eingespielt haben?
"Dead Art" hat sie eingespielt, die Band um Dorian Grave und seinen Bassisten Stevie Styx. Auch einige Titel von Dorians Soloalbum konnten wir auf dem Hörbuch unterbringen. Zwei von ihnen finden sich in voller Länge auf Youtube. Die Idee, hier eine Form von Gesamtkunstwerk zu schaffen, hat mich fasziniert.
Wobei das Hörbuch von der Synchronsprecherin von Prinzessin Lilifee gelesen wird ...
No comment.
Obwohl sich die Geschichte in unserer Zeit zuträgt, spielen auch hier wieder Geheimnisse aus dem Mittelalter eine große Rolle: die berühmte Ebstorfer Weltkarte aus dem 13. Jahrhundert und ein mysteriöser Ort namens Danlo.
Richtig. Wie im Buch berichtet wird, ist das Original der Ebstorfer Karte im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Das macht sie allerdings nur noch spannender. Unsere Geschichte tippt nur eines ihrer vielen Geheimnisse an. Den Ort Danlo finde ich allerdings noch mysteriöser, einfach weil wir praktisch nichts über ihn wissen. Solche Ungewissheiten neigen dazu, Orte mit einer ganz eigenen, magischen Energie aufzuladen.
Auch Sie können also nicht mit Sicherheit sagen, wo Danlo nun eigentlich zu finden ist?
Zumindest wüsste ich keine Wegbeschreibung, die exakter wäre als die Anweisungen auf Dorians Soloalbum. Allerdings würde ich empfehlen, sich spätestens an der Stelle, an der es heißt "sometimes right is really wrong" zu Fuß auf den Weg zu machen. Mit dem Jetta bin ich jedenfalls nicht durchgekommen.
In Funk, Fernsehen oder der finnischen Sauna - die Fragen, denen ein Autor ausgeliefert ist, ähneln einander.
Stephan M. Rother beantwortet sie leidenschaftlich gern, auch wenn es zum tausendsten Mal dieselben sind. Wer sich trotzdem was Neues überlegen möchte, kann hier überprüfen, was schon x Mal dabei war und immer wieder auf besondere Begeisterung stößt.

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